Das Anti-Archiv | Hauch von Seele | Info

Archivbilder sind geduldig, gut verwahrt und zumeist
stillgestellt. Dies gilt es aufzubrechen.
Ein klassisches Fotoportrait hat die Aufgabe die abgebildete
Person zu repräsentieren, zu idealisieren – und es
zeigt auf jeden Fall die äußere Hülle des Menschen in bestem
Lichte. Standardisierte Atelierfotografien von unterschiedlichen
Menschen – Erfahren wir aber irgendetwas
über das Tiefergehende dieses Menschen, sein Verlangen,
sein Sehnen, sein Leiden? Nein, das ist weder vorgesehen
noch wird es vom fotografischen Prozess erfasst. Es entstehen
Oberflächen von Oberflächen. Bildoberflächen von
Menschenhüllen. Mimik und Blicke scheinen aber doch
Zusatzinformation in sich zu bergen.
„Hauch von Seele“ Das sind Überblendungen von männlichen
und weiblichen Portraits aus meinem „Archiv der
verwaisten Bilder“. Durch digitale Prozesse und experimentelle
Methoden gehe ich in die Bilder hinein, revitalisiere
und re-emotionalisiere dabei die stillgestellten, klassischen
Fotostudioportraits. Mit den neu entstehenden
intensiven fragenden Blicken, werden Grundfragen zum
menschlichen Abbild, zur Vergänglichkeit und nicht
zuletzt, zu fotografiespezifischen Diskursen gestellt.